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Die
Franziskusschwestern der Familienpflege mit dem Mutterhaus
in Bedingrade haben eine neue Generaloberin gewählt:
Schwester Judith Schmidt wird ihnen für die kommenden sechs
Jahre vorstehen.
Für diese
Leitungsaufgabe hat Schwester Judith in den vergangenen 18
Jahren als Generalassistentin an der Seite der bisherigen
Generaloberin Schwester Benigna Berens viele Erfahrungen
sammeln können. "Deshalb geht es jetzt nicht um große
Veränderungen", stellt Schwester Judith ihre Absichten vor,
"denn was ich mitgestaltet habe, will ich jetzt doch nicht
verwerfen."
Entsprechend
der Grundidee ihres Ordens will sie mit ihren
Mitschwestern "auf die Not der Zeit reagieren. Das bestimmt
unser Handeln über allen Wandel hinweg, den die
Familienpflege erlebt hat." Auch mit der von ihnen
gegründeten Quintinusstiftung haben die Schwestern dies
getan. Dabei sei der Orden als Gemeinschaft jedoch nicht
überflüssig geworden. "Es ist uns Verpflichtung und
Anliegen, für die Menschen zu beten. Hierbei können auch
unsere alten Schwestern mitwirken," beschreibt Schwester
Judith den vielseitigen Einsatz für junge und alte
Menschen.
Christ zu sein
habe für sie eine ganz praktische Ausrichtung: "Man muss uns
an unseren Taten erkennen können." Beispielsweise
unterhalten die Franziskusschwestern ein Fachseminar für
Altenpflege und stehen in ehrenamtlicher Tätigkeit Menschen
in vielfältiger Weise von der Sterbebegleitung bis zu den
Behördengängen bei.
"Uns sind die
zwischenmenschlichen Dinge wichtig," betont Schwester
Judith. Deshalb verstehe sich das Kloster an der
Laarmannstraße auch als "offenes Haus". Und es werde in der
Öffentlichkeit so wahr- und angenommen. Zu Besinnungstagen
kämen nicht nur die sogenannten Kirchennahen. Ein
Wochenendmittagstisch für Obdachlose gehört ebenfalls zur
praktischen Nächstenliebe.
Illusionen
will sich Schwester Judith nicht machen: "Wir können nicht
die Welt verbessern, dazu reichen unsere Mittel nicht. Aber
im Rahmen unserer Möglichkeiten wollen wir segensreich
wirken."
Zu den hierzu
notwendigen Voraussetzungen zählt die 60-jährige
Generaloberin eine gut funktionierende Gemeinschaft, in der
Offenheit, Gottvertrauen und Rücksichtnahme eine Einheit
bilden. "Wir leben nicht hinter Klostermauern, sondern
versuchen aus dem Leben heraus, Antworten auf die Zeit zu
geben", sagt sie überzeugend.
Zu den
Erkennungszeichen von Schwester Judith gehört ein häufig
frohgestimmtes Lachen. Die ehemalige
Badmintonleistungssportlerin ist gelernte Industriekauffrau
und liebt kreatives Schaffen, wofür ihr leider oft die Zeit
fehle. Gern spielt sie Querflöte und liebt besonders Esel.
-pn- |